Warum ich keiner Religion angehöre

Zuletzt geändert: 23.07.2011 durch den Autor

Also, der Hauptgrund ist der, dass ich es ablehne, meiner Meinung irgendwie etwas Absolutes zu geben, was es meiner Meinung nach durch das Berufen auf irgendeinen Gott bekäme. Meine Meinung ist genauso viel wert, wie die jedes anderen der vielen Milliarden Menschen. Sie ist relativ, beruht auf meinem Wissen und meinen Erfahrungen, und kann jederzeit - hoffentlich mit guten Argumenten ;-) - kritisiert werden! (Wobei ich mir vor behalte zu prüfen, ob die Argumente mir stichhaltig erscheinen, ich mir also die Kritik zu eigen mache oder nicht.)
Auch die Berufung auf angeblich "heilige" Schriften liegt mir ferne. (Angeblich "heilige" - meist schriftliche - Überlieferungen liegen allen mir bekannten Religionen, Ideologien usw. zu Grunde.) Mir ist schon Marx mit seinem 150 Jahre alten "Kapital" zu alt (und zu schlecht!), geschweige denn Schriften, die ein oder sogar mehrere Tausend Jahre auf dem Buckel haben. Mit dem Glauben an Wüstengeister (daran darf man laut Koran außer an den einen Gott noch glauben) oder Ähnliches gestaltet man bestimmt nicht die Zukunft. Vor tausend Jahren war das Leben und Wissen der Menschen ein ganz anderes als heute - um so mehr vor noch längerer Zeit!
(Die folgenden drei Absätze betreffen speziell das Christentum.)
Der Wunsch, ewig zu leben, - der passt ganz gut zu der Angst vieler vor dem Tod. Er ist also Ausdruck von Wunschdenken, die meisten finden es wohl attraktiv, ewig zu leben. (Ich gehöre nicht dazu: Einmal Schluss und nicht sich ewig mit Alterswehwehchen - oder Schlimmerem - herumschlagen! Merke: Versprochen wird ja die körperliche Auferstehung - welches Alter wird dabei eigentlich zu Grunde gelegt?!?) Und: Man kann's ja nicht nachprüfen - es ist ja noch keiner aus dem Jenseits zurückgekehrt! Versprechungen machen, die niemand nachprüfen kann und die zudem die Wünsche der Menschen treffen: Jeder Politiker wird blass vor Neid!
Außerdem erscheint es mir ziemlich abwegig, an einen Gott zu glauben, der in unseren Kategorien denken soll (was implizit bei den meisten mir bekannten Religionen vorausgesetzt wird).
Apropos: Wieso eigentlich nur ein Gott? Woher nehmen wir eigentlich die Frechheit, polytheistische Religionen von Vornherein abzulehnen? An nur einen Gott zu glauben, der allgütig, allmächtig und zugleich Schöpfergott ist, erscheint mir angesichts unserer Welt mit all ihrem Elend sowieso ziemlich unmöglich! (Sofern ein Gott nach unseren Kategorien so sein soll!)
Ich habe diese Welt nicht erschaffen - meine Verantwortung ist also - zumindest nahezu - Null (ich bin kein Schöpfer, sondern nur einer von vielen Milliarden Menschen). Wenn ich mich trotzdem bemühe, ethisch zu handeln, dann weil's mir so gefällt - ich leg mich nun mal gerne mit Anderen an ;-) !

P.S. 1: Ich glaube auch nicht an Astrologie, Horoskope, Vorhersagen (auch angeblich wissenschaftliche sind meistens falsch, Nostradamus beispielsweise wohl umso mehr!) - mit Ausnahme vielleicht (wenn auch mit Einschränkung) einer Wettervorhersage für wenige Tage, UFO's, Kontakt zu Außerirdischen, Übersinnliche Kräfte und dergleichen mehr Unsinn.
P.S. 2: Die Intoleranz der - offiziellen - katholischen Kirche Andersgläubigen jeder Couleur gegenüber - Moslems, Atheisten, egal wer - stinkt meiner Ansicht nach - vor allem angesichts unserer grundgesetzlich garantierten Glaubensfreiheit - zum Himmel! Aber Intoleranz gibt es in vielen Religionen (manchmal sogar noch schlimmer als von der katholischen Kirche, man denke z.B. an die Todesdrohung gegen Salman Rushdie), vor allem von den jeweiligen Offiziellen - jedoch nicht nur von denen! Damit will ich nichts zu tun haben! (Was mitnichten bedeutet, dass ich beispielsweise so etwas wie die Christenverfolgung unter Stalin gut heiße.)
P.S. 3: Ich unterstütze voll und ganz die in der "Grundsatzerklärung" formulierten Ziele des Koordinierungsrates säkularer Organisationen (KORSO) und insbesondere die Forderungen zur Ablösung der historischen Staatsleistungen an die Kirchen. (siehe http://www.korso-deutschland.de und insbesondere http://www.korso-deutschland.de/2010/11/15/kein-geld-fur-mixa-korso-fordert-ablosung-der-staatsleistungen-an-die-kirchen )
P.S. 4: Mein Selbstverständnis ist praktisch genau das auf http://www.humanismus.de/sites/humanismus.de/files/humselbstverstaendnis.pdf formulierte.
P.S. 5: Warum wächst - wie ein Bekannter mir verriet - die katholische Kirche noch in Afrika?
Ich meine: die bringen denen bei näherer Betrachtung noch Fortschritt. Nehmen wir mal an, die katholische Kirche sei 160 Jahre hinter unserer Zeit zurück.
(1858 veröffentlichte Darwin sein Hauptwerk - und die katholischen Kirchenoberen tun bis heute so, als hätten sie den Schuss nicht gehört. ;-) [Aber so zu tun, als hätte man den Schuss nicht gehört: Das können auch Nicht-Mitglieder der katholischen Kirche ;-) ])
In Afrika ist es aber heute noch völlig normal, an Hexen zu glauben. Der letzte Hexenprozess lief in Mitteleuropa kurz vor Ende des 18. Jahrhunderts. Ergo: Die Afrikaner sind im Normalfall über 200 Jahre zurück, die katholische Kirche ist ihnen also noch um mindestens ein halbes Jahrhundert voraus.
Der katholische Glaube ist für die also sogar noch als Fortschritt zu werten!
P.S. 6: Ich glaube erst recht nicht, dass wenn es einen Gott gibt und der irgendwelche Prioritäten hat, dass es ihn irgendwie interessiert, welche Fleischsorten wir essen oder auch nicht, ob wir genau fünfmal am Tag beten oder mal mehr und mal weniger und ob wir uns dabei nach den Kompass richten oder auch nicht oder oder oder. (Um Missverständnissen vorzubeugen: Meines Wissens hat jede derzeit existierende - zumindest große - Religion Rituale, die bei näherer Betrachtung alte Zöpfe sind, die dringendst einmal abgeschnitten gehören. Selbst das Abendmahl der ach-so-progressiven Protestanten ist aus heutiger Sicht hauptsächlich zur Übertragung von Krankheiten geeignet [vgl. http://web.de/magazine/gesundheit/krankheiten/13192762_p1-achtung-keime-hier-besteht-ansteckungsgefahr.html ]! Übrigens: Mohammed glaubte wahrscheinlich noch die Erde sei eine Scheibe. Erst weit mehr als ein halbes Jahrtausend später begann sich die Ansicht durchzusetzen, dass unsere Erde kugelförmig ist. Wir wissen also seit Hunderten von Jahren: Wer sein Antlitz beim Beten genau nach Mekka ausrichtet, der zeigt dieser "heiligen Stadt" immer auch gleichzeitig den Hintern - nur andersherum um die Erdkugel!)

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