Mein Weltbild

Zuletzt geändert: 19.04.2011 durch den Autor

Der entscheidende Punkt meines Weltbilds ist:
Wir brauchen kein irgendwie geartetes "höheres Wesen" (Gott, Götter oder gar Hexen und Dämonen) mehr.
Das bedeutet:
Wir sind selbst verantwortlich. Aussicht auf Paradies oder Hölle fallen flach, aber auch die scheinbare Sicherheit, die uns die Religion vermittelt. Ich lache mich über Priester, Mullahs und dergleichen kaputt, wenn sie mit der Hölle drohen oder z.B. ihre Vorurteile gegenüber Homosexuellen an den Mann (oder die Frau ;-) ) zu bringen versuchen.
Genauso lach ich mich tot, wenn mir jemand etwas von einer jungfräulichen Geburt erzählen will - und ich nehme an, das tun mittlerweile bei diesem Thema auch die meisten Schäfchen des Papstes. (Beachte: Das mit der jungfräulichen Geburt steht auch im protestantischen Glaubensbekenntnis!)
Eine solchen Lachanfall kriegen wohl die meisten Deutschen, aber in Afrika, wo noch 90 % der Menschen an Hexen glauben, kann man wahrscheinlich alles erzählen und wird dann trotzdem noch ernstgenommen!
Krankheiten als "Strafe Gottes" für - wie auch immer geartete - Sünden zu interpretieren, ist für mich reiner Aberglaube (spätestens seit den Entdeckungen diverser Krankheitserreger durch Koch, Pasteur und die vielen anderen, etwa seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts).
Für mich ist Religion Selbstbetrug - und den versuche ich nunmal so gut es geht zu vermeiden. Keine (trügerische!) Sicherheit, aber dafür Freiheit: So fühl ich mich am wohlsten!
Vor allem halte ich es für absolut vermessen zu glauben, wenn es einen Gott gäbe, dann hätte er sich uns Menschen offenbart (und würde noch dazu in unseren Kategorien denken und wäre - nach unseren Vorstellungen!!! - allmächtig, allwissend und allgütig). Wenn diese Welt wirklich von einem intelligenten Wesen erschaffen ist, wird es wohl was Besseres zu tun haben, als sich Wesen zu offenbaren, die sich - vollkommen zu Unrecht, wie die Erkenntnisse der Denkpsychologie der letzten 50 Jahre zeigen - für die "Krone der Schöpfung" halten!
Viele der so genannten "großen Denker" haben aus heutiger Sicht nichts als Blödsinn produziert. Erst die großen Fortschritte der Wissenschaften im 19. und 20. Jahrhundert lassen ein zumindest weitaus besseres Erkennen der Welt als überkommener (Aber-) Glaube zu.
Beispiel Leibniz: Angeblich ein "großer Philosoph", aber was seinen Ausspruch von der "besten aller möglichen Welten" angeht: Er hätte damals schon der Tatsache ins Gesicht sehen müssen: Die geforderten Attribute (allmächtig, allwissend und allgütig) sind selbst für einen Gott unvereinbar: ein solches Wesen gibt's einfach nicht!
Kein Wunder, dass sich bereits zu seiner Zeit Voltaire nach allen Regeln der Kunst über ihn lustig machte (im Roman "Candide")!
Die Unterscheidung zwischen "lebendig" und "nicht lebendig" fiel mit der Erkenntnis der Chemiker, dass sich die anorganischen Verbindungen "Kaliumcyanat" und "Ammoniumsulfat" problemlos zu dem organischen "Harnstoff" künstlich synthetisieren lassen (1828, siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Harnstoff ). "Leben" ist seitdem nichts Besonderes mehr, sondern besteht im Endeffekt aus den gleichen Bausteinen wie die anorganische "nicht lebende" Materie. Der Materialismus (nicht: der Marxismus) hatte eindeutig gesiegt.
Darwin (ab etwa 1838, siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Darwin ): Hat eine wissenschaftliche Theorie aufgestellt - absolute Wahrheit gibt es in der Wissenschaft nie! Aber felsenfest steht seit Darwin: Wir brauchen keinen Gott mehr, um uns zu erklären, warum in unserer Welt (fast) alles seinen Sinn zu haben scheint. Man kann (ob wir der Evolutionstheorie jetzt im Einzelnen glauben oder nicht) die Schönheit der Natur ganz natürlich erklären - und dass das zumindest möglich ist, daran ist seit Darwin nichts mehr zu rütteln: Bye, bye, Schöpfergott! ;-)
Urknall-Theorie: Seit etwa 1930 gibt es die "etwas andere" Schöpfungsgeschichte. Nicht so romantisch wie die Geschichte von Adam und Eva (und damit leider nicht so gut zu verkaufen; hier sind die Priester klar im Vorteil gegenüber unseren modernen Physikern! ;-) ), aber dafür wahrscheinlich weitaus näher an der Wahrheit - sofern die Wahrheit jemand interessiert! ;-) (Näher an der Wahrheit: zumindest seit man in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts per Zufall die Kosmische Hintergrundstrahlung entdeckte, die aller Wahrscheinlichkeit nach ein Überbleibsel des Urknalls ist!)
Durch genetische Untersuchungen können wir heute belegen, dass wir enger mit dem Schimpansen als dieser beispielsweise mit dem Gorilla verwandt sind. Von wegen: Der Mensch ist was Besonderes, gar "Krone der Schöpfung". Bye, bye, "Krone der Schöpfung"! ;-) Wir brauchen uns gar nicht mehr als etwas Besseres vorzukommen!
Menschen: Der Durchschnitt ist geradezu grauenvoll blöde. Fast 45 % der Deutschen haben bei freien Wahlen Hitler gewählt. "Fast ein Drittel der russischen Bevölkerung ist laut einer Umfrage überzeugt, dass die Sonne um die Erde kreist." ( http://web.de/magazine/wissen/weltraum/12131506-fuer-viele-russen-dreht-sich-die-sonne-um-die-erde.html ) "Das Thema Hexen ist im Sinne von Personen, die Schadenszauber ausführen, in vielen Ländern und Kulturen, z. B. in Lateinamerika, Südostasien und vor allem in Afrika, heute noch und wieder hochaktuell. Seit 1960 sind vermutlich mehr Menschen wegen Hexerei hingerichtet oder umgebracht worden als während der gesamten europäischen Verfolgungsperiode." ( http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung#Hexenverfolgung_heute ) "Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup ergab, dass in den USA rund 45 Prozent der Erwachsenen glauben, dass Gott den Menschen innerhalb der vergangenen 10.000 Jahre geschaffen hat." ( http://www.rp-online.de/wissen/umwelt/Amerikaner-glauben-an-Gott-nicht-an-Darwin_aid_66648.html )
Wir im aufgeklärten Europa dürfen nicht übersehen: Die Hauptmasse der Menschen auf unserer Erde ist schlicht und ergreifend noch zweihundert oder mehr Jahre zurück. Mehr global gesehen ist das Bildzeitungsniveau wirklich verdammt hoch!
Das soll kein Grund zu Hochnäsigkeit sein: Ich betrachte es schlicht als saumäßiges Glück, hier geboren zu sein.
Was unsere berühmten Philosophen angeht: Die konnten noch nichts von allen diesen Dingen wissen: Kant, Leibniz, selbst Voltaire: Für sie waren Leben und Schöpfung noch ein Wunder - ohne einen Gott nicht zu erklären.
Aber: Seit etwa 1830 sind alle Pfaffen, Mullahs, Priester, Schamanen und dergleichen überflüssig - auch wenn z.B. der Papst und Konsorten das nicht wahrhaben wollen. Sie leben - wie viele andere bei uns auch ;-) - von rausgeschmissenem Geld!
Es stimmt, das von den sich wissenschaftlich nennenden Texten gut geschätzt ein Drittel das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Aber an Astrologie oder Horoskope oder gar Hexenzauber werd ich deswegen noch lange nicht glauben: Das ist höchstens noch größerer Unsinn.
Und wer meint, die Evolutionstheorie würde nicht stimmen: Das beweist rein gar nichts in Bezug auf Adam und Eva! Vielleicht, wenn man noch die Schöpfungsmythen aller anderen Religionen ausschließen könnte (selbst in der Bibel steht nicht eine, sondern stehen zwei Schöpfungsgeschichten! Mal wirklich in der Bibel lesen, ihr Super-Gläubigen!) - aber selbst dann wäre die Widerlegung von der Evolutionstheorie noch lange kein Grund an Adam und Eva zu glauben!
Ewiges Leben: Noch so eine Lachnummer. Kann mich noch erinnern, dass ich im Konfirmandenunterricht nachgebetet habe: Ich glaube an ... das ewige Leben. Ich lach mich heute darüber kaputt. (Gehöre auch längst diesem Verein nicht mehr an!)
Wahrheit ist: Wir können heute davon ausgehen, dass jede Art irgendwann ausstirbt. 99,9% der Arten, die wir kennen, sind bereits ausgestorben. ["Ausgestorben sind im Lauf der Erdgeschichte bisher zirka 500 Millionen Tierarten (bzw. über 99,9% )." vgl. z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Aussterben oder fragen Sie einfach Ihren Biologie-Lehrer ;-) !]
Sorry - aber bei mir gibt's keine Extrawürste - nicht mal für die Bayern! ;-)
Weder der einzelne Mensch, noch die ganze Gattung "homo sapiens" (der kürzeste Witz der Biologie-Geschichte für denjenigen, der sich mal ernsthaft mit den Erkenntnissen der letzten 50 Jahre auf dem Gebiet der Denkpsychologie auseinandergesetzt hat) wird ewig leben.
Im Gegenteil: Vieles spricht dafür, dass der Mensch eher eine Randnotiz der Geschichte dieser Welt bleiben wird. Sein Gehirn ist überhaupt nicht tauglich, um die Probleme, die sich ihm stellen zu bewältigen. Die Wahrheit ist: Unsere Gehirne hat die Evolution in der Steinzeit hervorgebracht: Glaubt hier jemand allen Ernstes, damit könnte man die Probleme des dritten Jahrtausends bewältigen?!?


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Harald K., E-Mail: eumel100@web.de

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